Warum wir nicht jede Modetorheit mitmachen müssen

Modetorheit mitmachen3

Natürlich liebe ich Mode – aber ich möchte auch nicht jede Modetorheit mitmachen. Vor kurzem war ich in Italien und wollte mir im Land der Mode und des Stils eine neue beigefarbene Hose oder Jeans kaufen. Ich liebe beigefarbene Hosen, denn sie passen zu fast allem in meiner Garderobe. Mir schwebte eine klassische gut sitzende Hose entweder als schmale Jeans oder als weite, lässige weich fallende, Hose vor.

Leider musste ich feststellen, dass meine Wunschhose in den vielen wunderschönen und kreativen Läden einfach nicht vorhanden ist. Überall wurden mir zwar beigefarbene Hosen angeboten. Aber es waren entweder Jeans, die nur bis zur Wade oder zum Knöchel reichten und unten in den merkwürdigsten Formen ausgefranst oder abgeschnitten waren.  Als Alternative zeigte man mir eine Culotte. Zusätzlich wurde mir überall versichert, dass diese Hose sehr modisch wäre und mir wunderbar stehen würde. Als Culotte bezeichnet man eine weite, nach unten ausgestellte Hose, die aber nur bis zur Wade reicht. Sie ist also eine Mischung aus Rock und Hose. Allein – sie gefällt mir absolut nicht! Mich erinnert sie an die unkleidsamen Hosenröcke aus den Eighties – eine andere (vergangene) Modesünde.

Meistens schaut eine solche Hose einfach unattraktiv aus, finde ich. Entweder ist sie zu kurz und endet unterhalb des Knies. Oder sie ist zu lang und gibt ein eher unvorteilhaftes Stück Knöchel frei. Auf jeden Fall aber staucht eine solche Hose optisch. Man wirkt kleiner und kompakter, die ganze Figur wird verkürzt.

In den italienischen Straßen liefen schmale Frauen mit Größe 34 auf halsbrecherischen 12cm Absätzen mit eben diesen Culottes herum und es sah nicht einmal schlecht aus. Das Problem ist nur: Wer von uns trägt schon Größe 34? Und wer mag im Alltag auf 12cm hohen Absätzen herumstöckeln? Also, ich nicht. Obwohl ich mit meinen 1,75m groß genug wäre, damit eine solche Hose meine Beine nicht verkürzt.  Aber im Alltag mag ich bequeme Schuhe, auf denen ich laufen kann. Die Zeiten, als ich mit schmerzenden Füßen der Schönheit wegen herumhumpelte, sind endgültig vorbei.

Müssen wir jede Modetorheit mitmachen? Eigentlich sollten gerade wir „over50ies“ darüber stehen. Schließlich haben wir bereits etliche Modetorheiten erlebt und überlebt. Deshalb können wir es uns heute auch leisten, uns gelassen zurückzulehnen und die eine oder andere Modesünde einfach auszusitzen.

Außerdem gibt es so viele andere chice Hosen, die gerade uns gut stehen und zu uns passen:

Schmale Dreiviertelhosen zum Beispiel. Damit sah bereits Audrey Hepburn umwerfend aus. Sie harmonieren wunderbar mit bequemen Loafers und flachen Sandalen. Oder lässige weite Hosen. Auch diese sind ein Klassiker und sie wirken sehr jung und unkonventionell zusammen mit Turnschuhen oder Sneakers.

Gehen Sie ruhig in ein Modegeschäft und probieren Sie eine solche Culotte an! Betrachten Sie sich kritisch und überlegen Sie genau. Zu welcher Gelegenheit möchten Sie die Culotte anziehen? Was von Ihrer vorhandenen Garderobe könnten Sie dazu kombinieren? Sie können sich nichts Passendes vorstellen? Warum sollten Sie dann ein neues Teil kaufen, das sich mit nichts aus Ihrem Fundus ergänzen lässt?  Wenn Sie auch nur den Hauch eines Zweifels haben – verzichten Sie lieber auf den Kauf!  Sie müssen nicht jede Modetorheit mitmachen.

Denken Sie immer daran: nur Sie selbst sind der Maßstab. Ihre Kleidung muss Ihnen passen und zu Ihnen passen.

Und Sie müssen sich absolut wohl darin fühlen! Lesen Sie auch hierzu meinen Beitrag Wie bestimmen Sie Ihren persönlichen Stil?

Liebe Grüße

 

 

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